Rennbericht Ironman 70.3 WM Las Vegas

Aktuell sitze ich gerade auf meinem gefühlt 3m breiten Bett im Planet Hollywood Las Vegas und erinnere mich dank der Schmerzen abseits der Hüfte an den gestrigen Tag. Hier also mein kleiner Bericht des Rennens in Henderson:

Vor dem Start: Der Wecker klingelte um 04:00 und wir quälten uns langsam aus dem Bett. Ein ständiges „Hämmern“ auf dem Dach unseres Hotels in Henderson sollte mir eigentlich schon komisch vorkommen……Ich schmierte mich im Halbschlaf aber erstmal schön mit Sonnencreme (LSF 50 natürlich, wir sind schließlich in der Wüste;-) ein. Dann zog ich die Vorhänge zur Seite und sah den Regen draußen. Cool, dachte ich, wenigstens schwitze ich beim Warm Up später nicht so. Als wir in der Wechselzone ankamen und es immer noch regnete, machte ich mir auch noch keine Gedanken, dass dies evtl so bleiben könnte….

Foto 1

Wechselzone 1 vor dem Start:

Um 6:30 dann der Startschuss der Profis, den wir von der Brücke über dem See verfolgten:

Foto 2Das Schwimmen: Bei 27 Grad Wassertemperatur war der Neo natürlich verboten. Ok, das kommt schlechten Schwimmern wie mir natürlich nicht zu Gute, aber wenn man es im Vorfeld weiß, kann man sich darauf einstellen. Zum Glück hielt sich die übliche Schlägerei nach ertönen des Startschusses dieses Mal in Grenzen.

Auch wenn ich natürlich nie vorne schwimme, ist sofort zu erkennen wo der Unterschied zu einem der 60. Qualifikationsrennen der Ironman 70.3 Serie besteht: Denn nach 3min waren die Gruppen vor mir bereits weg und ich plantschte allein im See herum. Na toll, das fängt ja gut an dachte ich…..ich versuchte zumindest die Ideallinie zu schwimmen was mir auch bis zu Wendeboje gut gelungen ist. Dadurch holte ich ein wenig auf und sah tatsächlich Füße eines Menschen nach etwa 900m vor mir. Ich klemmte mich daran und schaffte so eine (für mich) gute Schwimmleistung, denn die restlichen 900m sparte ich einiges an Kraft im Wasserschatten.

Die Schwimmzeiten in Las Vegas sind immer extrem langsam, was an der langen Strecke zur Wechselzone liegt. Man muss nämlich um die komplette Kopfseite des Sees laufen was mehrere Minuten dauert.

Nach 34:38min schob ich mein Rad aus T1:

Foto 1 (1)Auf Platz 86 meiner AK liegend machte ich mich nun bei strömenden Regen auf die Verfolgungsjagd. Dabei ging es duch den Lake Mead Nationalpark, den ich vor 3 Tagen im Training noch bei 53 Grad durchquert hatte. Jetzt also deutsches Wetter mit 23 Grad und Regen;-) Leider war die Radstrecke durch die zuvor gestarteten Gruppen sehr voll und ich musste beim Überholen höllisch aufpassen. Wenn mich heute Nacht jemand weckt würde ich sicher vor Schreck sofort „left“ brüllen….so oft habe ich das Wort gebraucht….

Von Beginn an hatte ich aber wirklich gut Druck in den Schenkeln und fuhr mit ca 320 Watt in der ersten Stunde stark an. Die ständigen Hügel kosteten richtig viel Kraft und ich entschied mich dazu ein wenig die Leistung zu drosseln. Schließlich sah ich noch die Sonne hervorkommen und meine Getränke dem Ende entgegen gehen….nach einer Durchschnittsleistung von 315W und einer Zeit von 02:21min beendete ich den Radpart. Sehr gut, mit 39,4km/h bei 800 Höhenmetern war ich wirklich sehr zufrieden. Schließlich konnte ich mich von Position 86 auf den 16 Platz verbessern.

Der Lauf: Der wohl härteste Teil dieses Wettkampfs wartete aber noch auf mich….der Halbmarathon mit 3 Laufrunden à 7km und 6 knackigen Anstiegen. Die Sonne prallte mittlerweile vom Himmel und das Thermometer zeigte 38 Grad an. Die knapp 90min vorher gestarteten Profis waren bereits im Ziel als ich den Lauf begann. Ständiges kühlen mit Eiswasser war dabei Pflicht. Ich wollte jede Runde einzeln sehen und mich von Kilometer zu Kilometer hangeln. Leicht dehydriert verwechselt man auch mal Meilen mit Kilometern und zweifelt an sich selbst;-) Trotzdem überholte ich ständig weiter. Ende der zweiten Laufrunde musste ich dann eine kurze Schwächephase überstehen…..aber nach jedem Tief folgt auch wieder ein Hoch uns so beendete ich nach 01:20:59h den Halbmarathon. Eine super Zeit auf dieser Strecke. Diese Leistung reichte aus um mich von Platz 16 auf Position 4 vorzuschieben. Yeah, ich war super zufrieden.

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Abschließend: Ich konnte meine Leistung an diesem Tag wirklich gut abrufen…….bla bla, sau geil war es! Rad & Lauf zeigten mir, dass ich wirklich auch auf diesem Niveau konkurrenzfähig bin. Der Klassenunterschied zu einem normalen Ironman 70.3 ist wirklich enorm….an einem schlechten Tag ist man schnell auch mal 15. Naja, zum Glück konnte ich alles zeigen und so freute ich mich bei der Siegerehrung über meinen 4. Platz in der Altersklasse und dem 48. Platz overall (inkl. Pros):

Foto 2 (1)

Jetzt wird noch ein wenig in Las Vegas entspannt und Haus & Hof verzockt, bevor es wieder zurück nach Deutschland geht. Noch 3 Wochen Training stehen an…..

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