Video vom Rennen & Rennbericht

So, jetzt habe ich die ganzen Geschehnisse ein wenig verdaut, auch wenn ich es immer noch nicht ganz glauben kann….

Der Reihe nach:

Viele Personen haben mir im Vorfeld von dem Rennen abgeraten. Schließlich habe ich bereits 2 Mitteldistanzen und 1 OD in den letzten 4 Wochen absolviert. Alle Rennen liefen perfekt und mit dem 9. Platz beim Ironman 70.3 Zell am See feierte ich vor 2 Wochen den bisher größten Erfolg meiner sehr jungen Profi-Karriere. Was also tun? Allen Triathleten, die ich trainiere, hätte ich von dem Rennen abgeraten, allerdings hat man einen großen Vorteil wenn man sich selbst trainiert: Denn neben dem ganzen sportwissenschaftlichen Background-Wissen, was zweifellos unverzichtbar ist, kann man auf seinen Körper hören. Das kann kein Trainer für einen übernehmen! Mein Körper war platt nach Zell und meine Trainingsmotivation auch nicht gerade hoch…..jetzt ein weiteres Rennen? Ist das eine gute Idee? Ja genau das ist es, denn ich habe einfach jegliches Training 3 Tage vor dem Rennen in Rügen eingestellt um mir eine Chance zur Regeneration für Körper und Geist zu geben. Also Füße hoch und ab nach Rügen 😉

Duathlon statt Triathlon

Dass ich von allen Profis am meisten von einem Ausfall des Schwimmparts wegen der zu gefährlichen Wellen profitieren würde, war relativ klar. Schließlich bin ich einer der schwächsten Schwimmer im Profi-Zirkus (noch möchte ich hier anfügen;-)). Als am Morgen des Rennens die definitive Entscheidungen viel, wusste ich, dass sich hier eine einmalige Chance auftat. Was also tun? Kontrolliert einen Top 10 Platz ansteuern, oder all or nothing? Meinen Trainingspartnern Raph und Rob dürfte relativ klar gewesen sein, wofür ich mich entscheiden würde;-)

Auftaktlauf

Die ersten 5km verliefen wie erwartet ultra-schnell….für alle anderen;-) Mittlerweile besitze ich doch einiges an Duathlon-Erfahrung und so wollte ich nicht um jeden Preis an der Spitze laufen…..da kommt später nämlich noch was;-) An Position 13 wechselte ich auf mein Bike.

Regen, Stark-Regen und noch mehr Regen

Der Radpart war brutal! Es regnete in Strömen und die Strecke wurde äußerst gefährlich. Ich beschloss nicht alles auf jeder Abfahrt (ja, gibt es auch auf Rügen…schließlich hatte der Kurs neben 92km Länge auch 800 Höhenmeter) zu riskieren und so gab ich besonders auf den Ebenen und bergauf mächtig Gas. Schnell sammelte ich einige Pros ein. Am Ende der ersten Runde befand ich mich an der Spitze einer 3er Gruppe mit Per Bittner und Edo Van der Meer. Edo und ich konnten uns absetzen und wir fuhren zu dem Ironman Schweden-Sieger Horst Reichel auf. Horst lag derweil auf Position 4. Nach 2:12 min stellte ich mein Rad mit einem Schnitt von 41,5 km/h auf Position 5 liegend in die Wechselzone.

Der abschließende Lauf

Schnell setzte ich mich von Edo ab und lief zusammen mit Horst ca. 10km. Mein Bruder Andy rief uns dann den Abstand auf Platz 2 zu…..keine 2min mehr 😉 Als ich merkte, dass ich mich leicht von Horst absetzen konnte, habe ich dann meinen Blick komplett nach vorne gerichtet. Andy und Martin Dröll feuerten mich super an und der Abstand nahm ab…..all in or nothing? Ich war nur noch 4km vom absolut größten Erfolg in meinem Leben, mit dem ich niemals gerechnet hätte, entfernt. Also all in und ab;-) Tja, was soll ich sagen, mit dem schnellsten Halbmarathon aller Profis sicherte ich mir nach 3:56h den zweiten Platz hinter dem Doppelweltmeister auf dieser Distanz: Michael Raelert. Michi sagte mir im Ziel, dass er stehend KO war und Angst hatte, dass ich ihn noch einhole…..coole Sache 😉 1:40min nahm ich ihm auf den 21km ab. Ca 3min Betrug sein Vorsprung im Ziel.

Pressekonferenz, Dopingkontrolle, Siegerehrung

Danach bricht eine terminliche und mediale Welle über einen ein, die nicht zu unterschätzen ist. Selbst die berauschende Party, die ich meinem Bruder im Ziel versprochen hatte, fiel der körperlichen Erschöpfung am Abend zum Opfer. Aber hey, sowas erlebt man nicht alle Tage;-)

Neben meinem Bruder danke ich besonders auch Rapha, der Potential für den Ironman Mallorca gezeigt hat, Peter für die sensationellen Fotos und seiner Frau Katja für die Rund-Um-Betreuung von uns allen 😉

Jetzt sind es noch 12 Tage bis zum Ironman Mallorca……würde ich jemandem raten 3 Ironman 70.3 Distanzen, 1 Olympische Distanz und einen Ironman in 7 Wochen zu absolvieren……NIEMALS !!!!!!…….und genau da liegt die Chance ;-9

Genießt das Video von der Regenschlacht und bis schon bald auf der Insel,

 

euer überglücklicher Matthias

 

Hier der Link zum Video:

http://tri-mag.de/aktuell/langstrecke/media/video/die-grosse-ruegenschlacht-73167

Startfoto Trimag TV Reportage

 

Matthias Knossalla Finish Ironman 70.3 Rügen

 

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