Wettkampfbericht Ironman 70.3 WM

Meine erste WM bei den Profis ist Geschichte. Es waren wirklich ein paar schöne Tage im beschaulichen Zell am See. Bei bestem Wetter genossen wir die Tage vor dem Rennen und da ich so zentral wohnte, entstand nicht mal mehr die übliche Hektik vor dem Rennen.

Gesund und munter ging es also bei 21,2 Grad Wassertemperatur am Sonntag mit Neopren ins Wasser. Meine Schwimmzeit aus dem Vorjahr betrug 32:50min. Auch wenn ich sie mit ca 31:30min verbesserte, war mir natürlich klar, dass ich abgeschlagen als letzter Pro das Wasser verlassen würde. Das der Rückstand auf den vorletzten Mann aber bei über 6min liegen würde, ist natürlich ein Pfund. Schön, wenn man trotz einer solchen Schwimmleistung seine Berechtigung hat, bei einer WM starten zu dürfen. Also muss der Rest wohl ganz in Ordnung sein;-)

Ich reihte mich hinter Sebi Kienle ein und weichte kurz seinem Beinschlag beim Start aus. Aber dann war es auch schon vorbei. Ich war alleine und die Minuten kommen einem wie Stunden vor. Irgendwann erreichte ich dann endlich das rettende Ufer und das Rennen begann für mich von vorne;-) Das Schwimmen war deutlich besser als bei der EM vor 3 Wochen in Wiesbaden, aber es waren eben die besten 50 Athleten der Welt am Start und da wird der Rückstand nochmal größer.

Egal, ich nahm mir fest vor nicht mental aufzugeben und sprang auf mein Bike. Leider konnte ich auf den ersten 20km nicht wie gewollt Druck machen und musste mich mit 300 Watt im Schnitt begnügen. Ein Problem, dass ich leider öfters habe. Die muskuläre Umstellung Swim/Bike macht mir mehr Probleme als der Wechsel zum Run. Den 13km Anstieg fuhr ich dann mit knapp 380W im Schnitt sehr ordentlich und nur ca 30s langsamer als Sieger Frodeno. Die gefährliche Abfahrt, das Gesprächsthema Nummer 1 vor dem Rennen, lief dann ganz ordentlich. Leider startete das Rennen durch die Live-Übertragung sehr spät, so dass es schon richtig heiß war auf dem Rad. Meine Eigenverpflegung reichte nicht ansatzweise aus und ich griff drei weitere Flaschen mit Iso vom Veranstalter.

Dann ging es rasant in die abschließenden, flachen 50 Kilometer:

  
Foto: Marcel Hilger

Mit 330 Watt im Schnitt stellte ich mein Rad nach ca 2:16h ab. Über 3min schneller als im letzten Jahr. Auf dem Rad hatte ich mich vom letzten auf den 37. Platz vor gearbeitet. Die Sonne brannte mittlerweile erbarmungslos und ich wußte, das der abschließende Halbmarathon eine Qual werden würde. Auf den ersten 3km konnte ich meine anvisierte Pace von 3:35min pro Kilometer noch halten. Aber dann merkte ich schnell, dass mehr als eine flottes Jogging-Tempo nicht mehr möglich war. Ich war der Aufgabe sehr nahe, aber hallo, es ist eine WM, da quält man sich bis zum Äußersten für ein Finish. 

Als mir aber dann Jan Frodeneo als Führender entgegen kam und auch „relativ“ langsam aussah, motivierte mich das. Ich begann weitere Pros einzusammeln. Alle litten in der Hitze. 

Wohl jeder hat für Gomez und Frodeno einen Laufsplit von unter 1:10h vorhergesagt. Gomez benötigte fast 1:16h und Frodeno war noch 1min langsamer. Eigentlich die Zeit, die ich mir ausgerechnet hatte. Mittlerweile war ich auf Position 31 vorgelaufen und verfolgte Patrick Lange seit fast 10km. Nach 1:22h rette ich mich ins Ziel. Am Ende blieb es dann bei Platz 31 in der Pro Wertung. Sicher nicht die Laufzeit, die  ich mir gewünscht habe, aber wenn es alle hart trifft, muss man sich den Umständen anpassen. 5min langsamer als Jan hätte ich im Vorfeld sicher unterschrieben (…und dann mit 1:14h gerechnet😝). Zudem habe ich die Hotelwertung gegen meinen Zimmernachbar US-Boy Andrew Starykowicz gewonnen, das hat ihn beim Frühstück genervt😆

Glücklich und geschafft erreichte ich das Ziel bei meiner ersten WM mit einer sehr zufriedenstellenden Platzierung:

  
Foto: Marcel Hilger

Es waren ein paar sehr schöne Tage in Zell am See, ein toller Wettkampf mit grandiosen Helfern und Zuschauern und einer tollen Organisation. Die Radstrecke ist WM-würdig;-)

Ganz herzlichen Dank für die Anfeuerung vor Ort von meiner Familie und den vielen Freunden und Vereinskollegen, die alle extra nach Zell gekommen sind. Das gibt einen Schub auf der Laufstrecke. Danke auch an Claudia & Michael für die Betreuung an der Strecke!

An dieser Stelle möchte ich mich aber auch ganz besonders bei meinen Sponsoren und Ausrüstern bedanken! Ohne alle Partner wäre es für mich nicht möglich diesen Sport auf dem Level auszuüben!

Danke an MTS Globe und das Bohemia Hotel…..proud to be a part of MTS Globe! Danke Mo & Kathi von Custom Cycling für das Bike und den tollen Support! Danke an Castelli für die geilste Tri- und Radkleidung der Welt! Danke an Michael von Laufsport Düllmann für die Schuhe und meine Extra-Wünsche;-) Danke Britta und Lloyd von Cyclefit.de damit ich so auf dem Bock sitze! Danke an das Fit Fun in Limburg, ein langjähriger Partner! Danke auch an meine Ernährungspartner Isostar und Argi+ sowie an Ceramicspeed und Carl Danner!

Jetzt wird relaxed und in 13 Tagen stehe ich hoffentlich einigermaßen ausgeruht in Rügen an der Startlinie!

Rock ’n Roll!

Matthias 

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