Rennbericht Challenge Fredericia

Die gestrige Challenge Dänemark wurde im schönen Ostsee-Städtchen Fredericia ausgetragen. Da es sich um ein Rennen über die klassische Mitteldistanz (1,9-90-21km) handelt, wollte ich es als Vorbereitung für die anstehende Challenge Almere-Amsterdam über die Langdistanz (10. September) nutzen. Genau 7 Wochen liegt meine letzte Langdistanz bereits zurück. Eigentlich genug Zeit um ausgeruht und zumindest in passabler Form in Fredericia am Start zu stehen, aber da es der erste Renneinsatz nach der LD war, ist man immer etwas unsicher und weiß nicht so genau wo man steht.

Eine weitere Besonderheit war die Startzeit von 15:00….sowas habe ich in meiner aktive Laufbahn auch noch nicht erlebt. Ich finde das aber wunderbar, da man ausschlafen kann und alles deutlich entspannter abläuft.

Der Swim:

Vorab wurde natürlich die Strecke im Hafenbecken von Fredericia besichtigt. Witzig, was man dabei so sieht….die letzten Delphine haben wir in Südafrika und Hawaii gesehen, aber in Dänemark rechnet man eher nicht damit;-)

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Zwei Delphine werden zur Zeit täglich im Hafen von Fredricia gesichtet. Leider konnte ich im Wettkampf nicht seine Flosse greifen;-)

Punkt 15:00 erfolgte dann der Startschuss und ich war gespannt, ob mein intensives Schwimmtraining der letzten Wochen wieder eine kleine Verbesserung hervorrufen würde. Rapha hat den Schwimmstart der Pros gefilmt:

Ich fühlte mich von Beginn an sehr gut und befand mich erstmals auch nach 500m noch in einer Gruppe mit anderen Pros;-) Durch den starken Wind wurde es extrem wellig sobald wir das geschützte Hafenbecken verlassen hatten. Mir liegen aber solche Bedingungen und so konnte ich die Gruppe bis zum Ausstieg aus dem Wasser halten. Wasserschatten bei solchen Bedingungen zahlt sich einfach extrem aus aus und so konnte ich meine Bestzeit um fast 3min auf 25:47min verbessern. Sehr gut und nur 5min Rückstand auf die Spitze um Bittner, Fachbach, Scheltinga und Strange. Lediglich der Olympia-Schwimmer Lukasz Woit hatte nochmal 1,5min Vorsprung. Bäääähm oder so ähnlich dachte ich mir;-))

Die Wechsel:

Puh, KATASTROPHE trifft es ganz genau, weil ich meinen Helm doch im Stehen schließen musste (wurde bei der Pro Besprechung anders verkündet). Anlaufen, abstoppen, fudeln, wieder anlaufen….Mist, knapp 60Sekunden verloren. Um es vorweg zu nehmen: Der zweite Wechsel klappte dann ganz gut.

Bike:

Gute Temperaturen und ein ganz starker Wind spielten mir sehr in die Karten. Auch die 700 Höhenmeter versprachen es spannend zu machen. Auf Position 16 liegend machte ich mich auf die Verfolgung auf zwei Rädern.

Es lief alles nach Plan. Die Wattzahlen stimmten und ich holte sehr schnell viele Pros ein. Nach 15km passierte dann das Unglück: Mein Garmin Tacho lockerte sich nach dem ich bergauf (!) durch ein Schlagloch fuhr und flog im hohen Bogen auf die Straße. Was machen? Anhalten, zurückfahren, aufheben und neu losfahren ist keine gute Idee da sehr gefährlich….ohne Wattzahlen weiter zu fahren ist leider auch nicht so toll. Ich fuhr dann trotzdem weiter und pacte mich von nun an nach Gefühl. Da man als starker Biker sehr nah an seiner individuellen aerob/anaeroben Schwelle fährt, ist die Gefahr groß, zu überziehen. Nach 45km lag ich bereits auf Position 6 und jagte die 5-Köpfige Spitzengruppe mit allen Favoriten. Die letzten 10km waren dann ungewohnt schwer. Ein Zeichen, dass ich im mittleren Part deutlich überzogen habe;-)) Nach 2:06h und einem Schnitt von 43km/h stellte ich mein Bike mit der Tagesbestzeit der Pros ab.

Der Run:

Auf der sehr profilierten Laufstrecke galt es 4 Runden zu absolvieren. In Runde 1 hatte ich 2:50min Rückstand auf die große Gruppe. Ich fühlte mich zu Beginn an ungewohnt träge und hatte Probleme in einen vernünftigen Rhythmus zu kommen…Nachwehen des schlechten Pacings auf dem Rad!

Ab Runde 2 wurde es dann deutlich besser und ich holte langsam auf. Thomas und Micha pushten mich durch die Übermittlung der immer kleiner werdenden Abstände auf die Spitze. 1:50min, 1:30min….mit 50s Rückstand startete ich auf die letzte Runde. Die Jungs vor mir waren natürlich auch über die Abstände informiert. So entbrannte ein äußert schmerzvoller Kampf um die Plätze 3 bis 6. Trotz eines langgezogenen Sprints von 300m (letzter KM 3:09min !) fehlten mir am Ende 8s auf Platz 5, 39s auf Platz 4 und 1:05min aufs Podium. Meine Laufzeit betrug 1:16h (Vierte Laufzeit des Tages)

Am Ende erreichte ich das Ziel nach 3:53h und verbesserte meine Bestleistung auf der Mitteldistanz um 10min.

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Im Vorfeld hätte ich Platz 6 glücklich unterschrieben und auch wenn es jetzt ein wenig Schade ist, dass ich es nicht aufs Podium geschaffte habe, bin ich mit meinem Wettkampf äußert zufrieden! Sieben Wochen nach einer LD ist man noch nicht wieder bei 100% und ich trainiere ausschließlich für die Langdistanz. Um so mehr freut es mich, dass ich auf der MD so gut mithalten kann. Besonders erfreut mich natürlich die Schwimmzeit, auch wenn Neo und Salzwasser natürlich meine liebste Kombination sind;-)

Abgerundet wurde das erfolgreiche Wochenende durch den 1. Platz unserer TAC-Staffel, die sich damit für die Team-WM 2017 qualifiziert hat. Grandios !!

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An dieser Stelle natürlich vielen Dank für die ganzen Nachrichten und das Daumen drücken zu Hause. Vielen Dank natürlich auch an Thomas und Micha, die uns super betreut haben sowie an meine Sponsoren und Ausrüster für die Unterstützung!

Danke auch an Renndirektor Claus Vesterby (links auf dem Foto) und sein Team für die Orga des tollen Wettkampfs, sowie das Hotel und die Betreuung. Dänemark, wir kommen wieder;-)

Morgen fliege ich für ein sehr interessantes Coaching-Projekt für 5 Tage nach Brasilien bevor ich dann in 14 Tagen, bei der Challenge Samorin, erneut auf der MD am Start sein werde.

Rock n‘ Roll und Tak wie es auf dänisch heißt;-)

Matthias

4 Kommentare zu “Rennbericht Challenge Fredericia

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